Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

6. November 2012

Ich bin ein Baum


'Ich bin ein Baum mit festem Stamm und weiten Ästen. Meine Wurzeln wachsen in den Boden, ganz tief hinein bis zum schimmernden Licht, bis zur Quelle der Energie. Ich ziehe sie hoch und nähre meinen Körper, meine Blätter und Früchte. Ich bin verbunden und der Fluss kennt kein Ende -  nicht jetzt. 
Die Quelle hat keine Grenze und verwehrt sich keiner meiner Wurzeln. Mit ihr verbunden, können Stürme wohl an der Rinde zerren, an den Blättern reißen, jedoch den Stamm nicht ins Wanken bringen. Ich bin ein Baum mit festem Stamm und weiten Ästen.'

Diese wunderbare Fantasiereise, die ich gerstern während meines Meditationskurses erleben durfte, hat mir wieder die Kraft der Gedanken, die Kraft der Vorstellung vor Augen geführt und mich vollgetankt nach Hause kehren lassen. Schön!

30. Oktober 2012

In einer anderen Person...

'Wenn ich in einer anderen Person das lieben kann, was ich in mir selbst hasse, kann ich damit anfangen, es auch in mir selbst zu lieben.' (Alanis M.)

Ist das so? Kann die Liebe für oder das Annehmen eines Aspektes einer anderen Person wirklich dazu führen, dass ich diesen Aspekt auch in mir selbst annehmen, ja sogar lieben kann? Kann die Liebe in mir für einen anderen Menschen einen Zugang zu mir selbst schaffen?

Wenn ich meine, sagen wir mal 'Sucht nach Anerkennung', wirklich verabscheue, sie aber in einem anderen in liebevoller Weise betrachten und annehmen kann, kann ich das das auch bei mir selbst? Gibt es da valide Beispiele, Erfahrungswerte? Eine spannende Frage.

Quelle Bild: Privat

24. Oktober 2012

Berufung


Was ist eine Berufung? Etwas, zu dem ich berufen, gerufen werde? Etwas, das als zunächst verschwommene, sich windende Wolke über mir schwebt, bis ich bereit bin, ihren wahren Inhalt zu erkennen? Was ist dieses Etwas, zu dem es mich zieht und dessen Kontur sich mir nicht offenbaren will?

Es gibt Momente, so rar und doch so erhaben, in denen mir vollkommen klar ist, wozu mich dieses Leben ruft. Leider verweilen sie nur allzu selten, um einen genaueren Einblick zu gewähren. Diese Momente des Erwachsens, diese kleinen Augenblicke sind es, die mich am Ball halten, die es mir zwar erlauben, eine Weile still zu stehen, aufzutanken, zu refektieren, nur um mich weiter voran zu  treiben und nicht zur Ruhe kommen zu lassen – Lebensenergien in ihrer aufmüpfigsten Form.

Zwei wilde Waldelfen, die singend um ein Feuer tanzen. Die eine geht in ihrer Euphorie für den Augenblick auf, sicher der Quelle an Kreativität, sicher dessen, was da kommen mag. Die andere genauso kraftvoll in ihrer Energie, zweifelnd und strauchelnd, die Arme verschränkend und mit den Augen rollend. Sie tanzen und geben keine Ruhe, eine wie die andere – beide in ihrer Natürlichkeit, in ihrer unumstrittenen Berechtigung zu sein.

Wie können sie zusammen finden? Diese Frage stellt sich mir an einem sonnigen Herbstnachmittag im Oktober, an dem die farbigen Blätter und der Winkel, in dem die Sonne durch die Äste scheint allein schon eine Offenbarung sind. 

18. Oktober 2012

Willkommen liebe Wut

Ich habe mich dazu entschieden, mit meinen negativen Gefühlen Frieden zu schließen. Und das ist nicht alles - ich schließe nicht nur Frieden, ich heiße sie herzlich willkommen, jedes einzelne von Ihnen, ich suhle mich in ihrer Schwerfälligkeit, ihrer Depression, in ihrer Ungerechtigkeit und Ignoranz. Ich mache es ihnen leicht, mich rum zu kriegen, mich in ihren Bann zu ziehen...ich koste sie aus.

Ja, das habe ich beschlossen bei vollem Bewusstsein, nicht betrunken, nicht verwirrt. 

Mein Beweggrund?

Ich habe ihren Wert erkannt. Ich verdränge sie nicht, um ihnen den Raum zu geben, sich in meinem Inneren noch weiter auszubreiten als unbedingt nötig. Ich fühle sie durch...bis zu ihrer Basis, ihrem tiefsten Punkt. Negative Gefühle haben einen Boden, sie reichen nicht bis ins Unendliche...einmal in ihrer Vollständigkeit durchgefühlt tendieren sie sogar dazu, ganz zu verschwinden.

Gehören sie nicht mit zum Leben, wie alles das zwei Seiten hat in unserer wunderbaren Dualität? Sollte ich den Ängsten, der Wut, dem Neid und der Eifersucht nicht genauso wertschätzend gegenübertreten, wie ich es auch der Freude, der Liebe und allen anderen positiven Gefühlen gegenüber tue? Ohne das eine könnte das andere doch gar nicht in seine Gänze erfahren werden, könnte die Freude nicht so ausgekostet werden, ich es liebe zu tun. 

An dieser Stelle erinnere ich mich an das Zitat (ich weiß nicht, von wem es stammt, aber es hat mich schon aus so manchem tiefen Loch befreit): 'Ist die Nacht am schwärzesten, ist der Tag am nächsten.' Wie wahr!

Wir sollten sie alle mehr schätzen, ihnen Raum geben und ihnen dadurch ein wenig Würde verleihen. Und plötzlich zerplatzen sie, wie in den Himmel steigende Seifenblasen. Lasst uns alle zugeben: 'Ja, ich bin neidisch, ich bin aggressiv und wütend und unglaublich traurig!' Und lasst uns näher zusammen rücken in diesen schweren Zeiten!

Quelle Bild: http://www.vfa.de/static/generated/3136-depression-einsamer-mann.jpg

6. Oktober 2012

Grenzen

Marlen mochte ihre Welt, keine sollte in sie eindringen, keiner sollte sie berühren. Und immer wenn es dennoch und ganz ohne ihren Willen geschah, war sie bestürzt über die verheerenden Auswirkungen in ihrem Inneren. Sie war eine Separatistin, Grenzen waren ihr alles, durch sie fühlte sie sich selbstbewusst, unabhängig und frei.

Er brüllte sie an in einer Lautstärke und Intensität, die sie von ihm nicht gewohnt war. Seine scheinbar unumstößliche Ruhe und Besonnenheit hatten ihr schon so manches Mal die Nerven geraubt. So viel Zurückhaltung musste ihn ganz wild machen dachte sie, die es nicht gewohnt war, mit ihrer Meinung zu den Dingen hinterm Berg zu halten.

Nun war jedoch scheinbar auch ihm das Fass übergelaufen, die Hutschnur geplatzt...
'Deine Grenzen machen Dich nicht freier...oder unabhängiger oder was auch immer du dir von ihnen versprichst. Sie engen dich ein und mich noch dazu. Deine Rechthaberei, deine Begrenzung zu allen Seiten, deine Starrheit, sind der Grund für dein Leid. Wann wirst du das endlich begreifen?'

Sie war erschrocken über diesen plötzlichen Gefühlsausbruch und doch gespannt, wozu er sich entwickeln würde. Beflügelt durch ihre großen, aufgerissenen Augen, kam er erst richtig in Fahrt.

'Es ist nicht alles schwarz oder weiß, richtig oder falsch, so oder so. Wirklich frei bist du, wenn du dich den Dingen öffnest, nicht deiner Bewertung der Dinge, sondern ihrer wahren Natur. Wenn du dich nur ein Stück öffnest, könnten Dinge passieren, die du jetzt noch nicht einmal für möglich hältst. Marlen, diese Dinge sind nicht schwarz oder weiß, sie sind blau, grün und rosa-rot...Das ist ein Geschenk und du kannst es annehmen.'

Sein beherzter Vortrag ließ etwas in ihr ganz weich werden, ganz blau grün und sogar rosa-rot, ganz warm und mutig.

In der plötzlichen Stille breitete sich eine wohlige Verbundenheit aus, die beinahe mit den Händen zu fassen war, so hatte sie sich verdichtet.

'Das klingt aufregend.' antwortete sie nach einiger Zeit und fing an zu lachen...über das ganze sonst so grüblerische, von Denkfalten durchzogene Gesicht...bis er endlich einstimmte.

5. Oktober 2012

Kommunikation

Gerade jetzt, wo ich doch in der letzten Zeit so die Nase voll hatte von Auseinandersetzung, Kontakt, Kommunikation...all dem Zwischenmenschlichen, gerade jetzt wird mir bewusst, welchen Spaß es bringen kann.

Ich habe in den letzten Wochen so viel positive und auch konstruktive Zuwendung erfahren, dass mir der ganze Umfang der Liebe um mich herum erst so richtig bewusst geworden ist.

Ich habe zwar nach wie vor das starke Bedürfnis, alleine zu sein, Zeit für mich zu haben und sie nur mit mir zu verbringen, aber mindestens genauso stark ist der Drang, mich in die Kommunikation zu begeben, in den Kontakt zu anderen Menschen, denn dieser fällt mir gerade so leicht, wie es bisher nur selten der Fall war. Ich habe plötzlich Freude daran, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, mehr von ihnen zu erfahren, ihnen eine Freude zu machen... ich achte ganz bewusst darauf, zuzuhören...so aktiv und abseits meiner eigenen Bewertungsskala oder Landkarte (wie wir im NLP gerne sagen:-) wie nur eben möglich.

'Ein einziges Wort, gesprochen mit Überzeugung in voller Aufrichtigkeit und ohne zu schwanken während man Auge in Auge einander gegenüber steht, sagt bei weitem mehr als einige Dutzend Bogen beschriebenes Papier.' (Dostojewskij)

Ich genieße die Zeit im Verbund meiner Mitmenschen, die schönen Momente in Gruppen, als Teil eines Systems oder auch vieler einzelner Systeme. In rasender Geschwindigkeit entwickeln sich aus dieser Kommunikation Ideen, Kreatives, Möglichkeiten - auch zur Änderung von Standpunkten oder Perspektiven. Kommunikation hält so viele Geschenke für uns bereit...und so viel Liebe, die wir vielleicht niemals für möglich gehalten hätten, die wir uns aberkannt haben, aufgrund fehlenden Selbstbewusstseins, falscher Einschätzungen, einem falschen Selbstbild.

Eine Kommunikation, ein 'Ins Gespräch kommen', ein offenes, tolerantes und liebevolles 'Aufeinander zugehen' kann, wie ich feststellen durfte, doch so einiges verändern.

8. September 2012

Verbunden...



'Alles ist miteinander verbunden, und hat einen Sinn. Obwohl dieser Sinn meist verborgen bleibt, wissen wir, dass wir unserer wahren Mission auf Erden nah sind, wenn unser Tun von der Energie der Begeisterung durchdrungen ist.' („Der Zahir“ von Paulo Coelho)

30. August 2012

Awakening...

'I have had my glimpses with and without substances
I have had awakenings non-abiding for the most part
In this sacred duality
The highs and lows and the heres and theres
These aversions and these cravings
Push me beyond identity into pure awareness (we are already here)'
(Alanis Morissette- Edge of Evolution)


Oh ja, diese Momente, in denen die eigene Identität, die eigene Geschichte in den Hintergrund tritt und die Wahrnehmung aufbricht. Diese leichten Momente, in denen das Gefühl des 'Getrenntseins'  nicht mehr existent ist, in denen es kein 'Richtig und Falsch' mehr gibt und die leider nur so kurz verweilen. Ich liebe diese Zeilen...

17. Juli 2012

Intention

Quelle: http://marriagelifeministries.org/
Ein Thema, das mir nicht nur in meinem NLP-Practitioner-Kurs, den ich seit Anfang des Jahres besuche, sondern auch in meinen Meditationsstunden bereits einige Male über den Weg gelaufen ist, heißt 'Intention'.

Die Neuro-Linguistische-Programmierung vertritt den Grundsatz, dass hinter Allem eine gute Absicht, Intention steckt. Diesen Ansatz finde ich sehr interessant und ich hatte sofort das Gefühl, dass er meinem Weltbild, meinem Menschenbild auf besondere Weise entspricht.

Ein kleines Beispiel aus einer meiner Stunden: Mein Trainer hatte einmal eine Klientin, die nicht nur mehrfache Mutter, sondern auch voll berufstätige Frau war. Sie litt stark unter ganz plötzlich auftretenden Migräneattacken, die sie jedes Mal dazu zwangen, das Zimmer abzudunkeln, die Tür zuzuschließen und sich für mehrere Stunden, manchmal ganze Tage lang, ins Bett zu legen, um sich auszuruhen.

Im NLP wird nun gefragt: Was tun diese Migräneanfälle für Dich? Was stellen sie sicher? Wobei unterstützen sie Dich? Was wollen sie Gutes für Dich erreichen? - Das vordergründlich 'Schlechte' wird also auf seine gute Intention hin untersucht - es wird wertgeschätzt und ihm eine gute Absicht unterstellt. Ich liebe diese Denkweise.

Bei der Klientin war es nun ganz offensichtlich so, dass die Migräneanfälle ihr die Zeit für sich, die sie sich sonst nicht nehmen konnte, ermöglicht haben. Sie haben ihr erlaubt, sich auszuruhen und sich aus der stressigen Situation ihres Alltags herauszuziehen. Die Frage, nachdem die eigentliche Intention gewürdigt wurde, ist nun, ob es Optionen gibt, die dieses doch ziemlich unangenehme Symptom ersetzen könnten - z.B. freiwillig ein paar Minuten am Tag zu reservieren, die nur ihr selbst gehören.

Die Botschaft dieses einfachen Beispiels lässt sich auf viele andere Situationen übertragen, die uns tagtäglich über den Weg laufen. Ich finde den Gedanken sehr anregend, dass etwas augenscheinlich 'Schlechtes' bei genauerem Hinsehen vielleicht doch gar nicht so schlecht ist, dass es ganz im Gegenteil vielleicht sogar versucht, etwas für uns ganz Essentielles sicherzustellen, dem wir sonst vielleicht keinen Raum in unserem Leben geben würden.

26. Juni 2012

Manchmal ist es so einfach!

"Wenn es gar so dunkel ist in deinem Leben, sieh doch einmal nach, ob es nicht am Ende daher kommt, dass alle deine Fensterläden zu sind." (Johannes Kepler)


Manchmal kann die Lösung so einfach sein. Diese Wahrheit ist mir wieder einmal so richtig bewusst geworden, als ich völlig deprimiert auf dem Sofa lag und wartete, dass der Tag herumging. Durch einen kleinen Anstoß, in diesem Fall mein Freund, habe ich es geschafft, meine Turnschuhe anzuziehen und raus auf die Straße zu gehen. Auch wenn es nur 15 Minuten waren, die ich gejoggt bin, so hat es doch meinen Kopf geöffnet und ein paar Sonnenstrahlen hinein gelassen. 

Und wenn es mal wieder so richtig dunkel ist, sollten wir uns vielleicht erst mal die Fragen stellen:

1. Wann war ich das letzte Mal an der frischen Luft?
2. Wann habe ich mich das letzte Mal ausgiebig bewegt?
3. Wann habe ich das letzte Mal in Ruhe und gesund gegessen?
4. Wann habe ich das letzte Mal richtig geschlafen?
5. Wann habe ich mir das letze Mal Zeit für mich...und nur mich...genommen?
6. Wann habe ich das letzte Mal ein gutes Buch in der Hand gehabt und bin darin abgetaucht?
7. Wann war der letzte Tapetenwechsel?

Bestimmt gibt es noch viele Weitere dieser kleinen Denkanstöße, die aber eine Menge verändern können...Man muss sich nur daran erinnern. 

11. Juni 2012

Heilung


"Heilung ist der Prozess, bei dem ihr alles akzeptiert und das Beste wählt."
(Gespräche mit Gott - Buch 1, Neale Donald Walsch)

Ich denke was wir lernen müssen, ist, nicht so schnell zu urteilen. Wir bilden und ein Urteil über alles und jeden - obwohl wir oftmals weder Hinter- noch Beweggründe für ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Situation kennen.

Besonders bewusst ist mir dies geworden, als ich vor ein paar Wochen mit meinem Freund frühstücken war. Immer, wenn wir das tun, nehme ich mein eigenes Brot mit, da ich kein Gluten vertrage, das sich in fast allen konventionellen Backwaren befindet. Neben uns am Tisch fing eine Frau damit an, sich so laut, dass ich es kaum überhören konnte, bei ihrer Freundin darüber beschweren, dass ich das Brot mit in den Laden gebracht habe. "Wie kann man nur so blöd sein... Oh Gott...guck doch mal, was die da auf dem Tisch liegen hat!"

Natürlich habe ich mich furchtbar darüber aufgeregt, wie die Frau über mich gesprochen hat und dann noch in dieser Lautstärke...gesagt habe ich nichts...aber gerade da ist mir bewusst geworden, dass ich im Grunde oft das Selbe tue. Ich urteile über Menschen, Situationen etc., ohne zu wissen, was dahinter steckt.

Ich denke genauso verhält es sich auf einer höheren Ebene. Wir bilden Urteile...wir sagen, das ist schlecht, das ist traurig, das ist nicht richtig. Abgesehen davon, dass 'Richtig' und 'Falsch' doch sehr relative Begriffe sind, sollten wir damit beginnen, alles was ist, als Bruchteil des Ganzen zu betrachten, ohne das wir nicht die Wahl hätten. Ohne Schatten kein Licht. Wenn wir also alles akzeptieren als das was es ist, können wir uns für das eine oder das andere Entscheiden, im optimalsten Fall für "Das Beste".

Ich denke diese Form von Loslassen, Loslassen von den eigenen Urteilsmustern, von der Vorstellung im Recht zu sein - gerade das Erlernen dieser Akzeptanz ist eine der schwersten Aufgaben unseres Lebens, aber auch die heilendste.

6. Juni 2012

Selbstfürsorge - Ein erster Schritt

Um in das Thema Selbstfürsorge einzusteigen, stelle ich mir zunächst erst einmal die Frage, was 'Selbstfürsorge' als Wort für mich überhaupt bedeutet... Also erst einmal eine Definition aufstellen:

Selbstfürsorge ist in meinen Augen ein Prozess, der ein ganzes Leben anhält, ein Konzept, das einen Menschen unter Umständen ein ganzes Leben lang fordern, manchmal vielleicht sogar überfordern kann. Selbstfürsorge bedeutet, mir meiner Selbst, meiner Bedürfnisse gewahr zu werden, mein Leben aktiv zu gestalten...immer und immer wieder...von Tag zu Tag.

Im Grunde fängt Selbstfürsorge dabei an, nicht das gesunde Essen zu vergessen, auch wenn der Alltag immer mehr und mehr an Stress zunimmt, auch mal Nein zu sagen, wenn ich merke, dass ich einfach nicht mehr kann...ob es nun Freunde, Familie oder der Arbeitgeber ist, der einem etwas abverlangt, mich genügend zu bewegen, obwohl ich vielleicht meine, dazu nicht genügend Zeit zu haben...und so weiter.

Selbstfürsorge ist eine Frage der Prioritätensetzung. 

Ich behaupte mal, dass die meisten Menschen in unserer Kultur, zu denen auch ich gehöre, ganz groß darin sind, sich selbst zu vergessen oder gar ganz gewollt und wehement die Zeichen des Körpers und auch der Psyche zu missachten.

Der erste Schritt zu einer besseren Selbstfürsorge ist meiner Meinung nach, die eigenen Bedürfnisse überhaupt erst einmal wahrzunehmen - denn selbst das gelingt vielen Menschen nicht besonders gut.

Das Stichwort hier lautet Achtsamkeit. Wikipedia erkennt die Wurzel der Achtsamkeits-Theorie im Buddhismus:

Im Buddhismus hat die Achtsamkeit (Pali: sati; Sanskrit: smṛti स्मृति ) einen zentralen Stellenwert:

Achtsam sein bedeutet, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu sein und sich seiner Gefühle, Gedanken und Handlungen in jedem Augenblick voll bewusst zu sein (reine Wahrnehmung der Fülle, die sich im Augenblick bündelt, ohne sie zu beurteilen, einfach nur als Zeuge in sich ruhend). Buddhisten üben sich in Achtsamkeit vornehmlich durch Meditation. Buddhistische Meister betonen die Wichtigkeit, Achtsamkeit zu einer das ganze Leben prägenden und durchdringenden Geisteshaltung zu machen. Die Lehre von den vier Grundlagen der Achtsamkeit (Achtsamkeit auf den Körper, die Empfindungen, den Geist und die Geistobjekte) wird im Mahāsatipatthāna Sutta (inhaltsgleich Satipatthāna Sutta), der Lehrrede von den Grundlagen der Achtsamkeit, ausführlich dargelegt. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit)

Vielleicht ist das jetzt also der erste Schritt zu mehr Selbstfürsorge: Erkennen, wie meine Bedürfnisse aussehen - durch Achtsamkeit.

Wie werde ich achtsam? Ich muss nicht gleich zu einem Meditationskurs gehen denke ich...vielleicht reicht es zunächst auch, mir pro Tag ganz bewusst 10 oder 15 Minuten Zeit zu nehmen und in mich hineinzuhören - Welche Geräusche nehme ich wahr, welche Gerüche? Wie fühlt sich mein Körper an, jeder einzelne Teil? - Bis hin zu - Was würde mir heute gut tun? Wie kann ich mich heute mir selbst liebevoll zuwenden?

Die Idee dahinter ist, dass diese Art und Weise, sich selbst und seiner Welt Achtsamkeit/Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sich mit der Zeit in einen Automatismus verwandelt.

5. Juni 2012

Gegensätze

"Unsere Bestimmung ist, die Gegensätze richtig zu erkennen, erstens nämlich als Gegensätze, dann aber als Pole einer Einheit." (Hermann Hesse)

Dieses Zitat stammt von Hermann Hesse und ist meiner Meinung nach sehr wahr. Wir Menschen glauben, aufgrund unserer scheinbar sehr begrenzten Wahrnehmung, dass die Dinge entweder getrennt oder zusammen sind, dass es keine dritte Möglichkeit gibt, das Verhältnis der Dinge zueinander zu beschreiben. Aber was, wenn es diese Möglichkeit doch gäbe? Was, wenn die Gegensätze nur als Gegensätze in unserer Wahrnehmung existierten, um uns die Möglichkeit zu geben, beides zu erfahren...Keine Höhe ohne Tiefe, keine Liebe ohne Hass, keine Freude ohne Trauer...? Was aber, wenn diese Gegensätze, als die wir sie erkennen auf einer anderen Ebene die von Hesse genannten beiden 'Pole einer Einheit' sind? Vielleicht stimmt es und es ist unsere Bestimmung auf dieser Erde, zweiteres zu erkennen als unser wahres Wesen, als das Wesen aller Dinge. Vielleicht verhilft uns ersteres sogar zum zweiten...wer weiß das schon...

31. Mai 2012

Selbstfürsorge

Wer sich nicht um sich kümmert und die eigenen Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse ständig unterdrückt, wird krank- das wissen wir alle. Aber bei den meisten von uns ist es noch ein langer Weg, die alten Gewohnheiten zu ändern und mehr an sich selbst zu denken. Wir schätzen uns selbst nicht genug wert, wir kümmern uns zu wenig um uns, unsere Seele, unseren Körper... und in der Folge geht es uns schlecht. Da gibt es ja mittlerweile eine ganze Masse von Menschen - und es werden immer mehr - die an Symptomen leiden, die auf das Missachten des Selbst zurückzuführen sind.

Aber was kann uns wirklich helfen? In Literatur zu dem Thema stößt man auf allerlei gute Ratschläge, aber was hilft wirklich? Es hört sich alles so einfach an, aber ist es das auch, wenn die innere Einstellung fehlt? (Und wie schwierig es ist, alte Denkmuster durch neue zu ersetzen, haben wir wohl schon alle auf die ein oder andere Weise erfahren.) Oder würde es auch schon helfen, eine Zeit lang nur so zu tun als ob, bis bestimmte Denkmuster oder Verhaltensweisen in Fleisch und Blut übergehen?

Ich habe beschlossen, dem Thema 'Selbstfürsorge' in Zukunft ein bisschen mehr Zeit zu widmen und ein paar Dinge ausprobieren. Natürlich halte ich Euch hierzu gerne auf dem Laufenden. Habt Ihr zu diesem Thema Gedanken, Literatur- oder anderweitige Empfehlungen für mich?


14. Mai 2012

Was wir sind!

"Was wir zutiefst sind, ist zeitlos. Es erscheint nur in Zeit und Form." Willigis Jäger

Und es erscheint in Zeit und Form, um uns die Möglichkeit zu geben, die Erfahrung von Separation machen zu können - sagen zu können: Das ist das Hier und das ist das Dort, das bist Du und das bin Ich, das war früher, das ist heute, das ist morgen etc.

Um etwas erfahren zu können, als das was es ist, benötigen wir Menschen immer auch die Erfahrung des Gegenteiligen, dessen, was wir eben nicht sind, denn wenn ich davon ausgehe, dass wir in diesem Körper nur zu Gast und in Wirklichkeit eine Einheit sind, zeitlos, grenzenlos und vollkommen, dann ist eine Erfahrung, ein Erleben meiner Selbst, nur in dieser Form, als Mensch, möglich.

“Ich bin nicht Materie, die eine spirituelle Erfahrung macht. Ich bin ein spirituelles Wesen, das diese menschliche Erfahrung macht." (Willigis Jäger)

Für mich stellt sich hier die Frage: Wenn wir all das, was uns umgibt und was wir sind in dieser Welt, selbst erschaffen....wenn das Leben uns auf diese Weise die Möglichkeit schenkt, erfahren bzw. erleben zu können...ob im positiven oder im negativen (obwohl auch das ja wieder eine sehr subjektive Frage der Definition ist), wie kann ich es schaffen, mich von den Illusionen zu distanzieren...beispielsweise in subjektiv als besonders verheerend empfundenen Situationen? 

Kann ich es irgendwie hinbekommen, mich in solchen Momenten auf das zeitlose 'Ich' zu konzentrieren, von dem Willigis Jäger spricht, um den Erlebnissen und Veränderungen, die sich im Leben ereignen, ihren Schrecken zu nehmen?

6. Mai 2012

Verfangen im Alltag

Als ich heute Nacht aufgewacht bin, kamen mir einige Themen in den Kopf, einige Fragen, die mich in eine Unruhe versetzt haben, die ich nur allzu gut kenne. Wie kläre ich diese Situation? Was wird der andere/die anderen über mich denken? Wie wird er/werden sie reagieren? Habe ich da richtig gehandelt? Habe ich das zur Zufriedenheit aller geregelt? Habe ich genug gegeben? Habe ich mich genug angestrengt?
Und dann habe ich mich daran erinnert zu atmen. Wenn mich all diese Fragen und Ängste, manchmal auch eine ganze Reihe von Dingen, über die ich großes Bedauern empfinde, übermannen, kann man mir fast dabei zusehen, wie mein Atem flach wird und mein Körper sich anspannt. Ich versuche, mich in solchen Situationen, wenn ich beispielsweise mitten in der Nacht aufschrecke und die Dinge größer werden, als sie es wirklich sind, daran zu erinnern, durchzuatmen und mir die Frage zu stellen: Wie wichtig ist das jetzt für Dein Leben? Wie kann ich die Situation liebevoller betrachten? Wie kann ich mir selbst gegenüber mehr Güte in dieser Situation beweisen und welche Ansichten/Perspektiven wäre es hilfreich los zu lassen?
Wenn es eigentlich nur die Grundemotionen Angst und Liebe gibt, dann gibt es auch die Möglichkeit, sich für eine der beiden zu entscheiden. Und das mache ich ganz bewusst, ganz besonders in den Momenten, die einen mitten in der Nach aufschrecken lassen.
Hätte ich früher gewusst, dass es im Grunde nichts gibt, um das man sich in letzter Instanz sorgen müsste und dass eben diese Sorge nur entsprechende weitere Situationen produziert, dass es letzten Endes nichts zu bedauern gibt, dann hätte ich mir viele schlaflose Nächte ersparen können.
Man ist oft so verfangen in den Problemen und Fragestellungen des Alltags, dass man oft ganz vergisst, zu atmen und an den Teil in sich selbst zu appellieren, der mit unseren äußeren Kreationen, unseren Ängsten, unseren Sorgen, mit der äußeren 'Realität' nichts am Hut hat.

4. Mai 2012

Bewusst Entscheidungen treffen...

"A life lived of choice is a life of conscious action. A life lived of chance is a life of unconscious creation." Neale Donald Walsch

Wenn ich glaube, dass ich all das, was um mich herum geschieht selbst auslöse bzw. in welcher Weise auch immer, ob nun bewusst oder unbewusst, erschaffe, was bedeutet diese Erkenntnis dann für mein Leben? Ich denke, dass wir stark daran interessiert sein sollten, Entscheidungen, die unser Leben und das Leben von anderen betreffen, selbst zu treffen und sei es nur die aktive Veränderung der Perspektive auf bestimmte Ereignisse.

Denn alles was wir tun, wie wir denken, wie wir bewerten, wie wir leben, jede einzelne unserer Aktionen beeinflusst unser Bild von "Wer wir sind". Und wollen wir nicht selbst wählen, wer wir sind, wenn das doch vielleicht die wichtigste Frage unseres Lebens ist "Wer bin ich". Was wollen wir mit unserem Leben zeigen? Welche Nachricht wollen wir damit überbringen? 

2. Mai 2012

"The message is...

... that the truth of who we are is innate goodness and that the whole journey is really about removing any obstacle or false belief that keeps us from knowing that."
Alanis Morissette

Alanis wurde bei einem Interview bei Chelsey Lately gefragt, an was sie glaubt, zu welcher Glaubensrichtung sie tendiert. Darauf antwortete sie, dass sie an die Botschaft glaubt, die sich wie ein roter Faden durch alle großen Religionen zieht - Dass der Mensch von Grund auf gut ist, gütig ist und dass das Leben sich einzig und allein darum dreht, alle falschen Glaubenssätze (ob nun von uns selbst entwickelt durch Erlebnisse und Erfahrungen oder von  anderen, beispielsweise unseren Eltern etc. übernommen) und Hindernisse zu überwinden, um uns wieder an die Wahrheit unseres Seins zu erinnern.

Eine Sicht der Dinge, die bei mir auf viel Widerhall gestoßen ist.

29. April 2012

Buddha im Haus...

In unserem Flur hat er sein neues Zuhause gefunden. Erstanden habe ich dieses handgefertigte Schätzchen in einem kleinen Fair-Trade-Laden in Dinxperlo an der deutsch-holländischen Grenze bei Bocholt.

"Jeder von uns ist ein Gott. Jeder von uns ist allwissend. Wir müssen lediglich unser Bewusstsein öffnen, um unserer eigenen Weisheit zu lauschen." Buddha
Na wenn das mal so einfach wäre...